Vom fröhlichen Schlitten zum Entzugsschlitten

Nordpol (fhd), 24. Dezember – Am Nordpol, wo sonst Schneegestöber und Rentierglöckchen Freude verbreiten, herrschte in diesem Jahr eine andere Stimmung. Der Weihnachtsmann hat mit einer Art von „Schneefall“ zu kämpfen – dem weißen Puder der Verführung.

Die Krise beginnt

Die Krise begann, so die Quellen, mit einem „gelegentlichen Schlummertrunk“, der sich schnell zu einem täglichen Bedürfnis entwickelte. Bald kamen Medikamente hinzu, die ihm helfen sollten, „den Kopf frei zu bekommen“. Schließlich griff der Weihnachtsmann zu härteren Substanzen (Kokain), um mit dem Stress und den hohen Erwartungen fertig zu werden.

Der immense Druck, jedes Jahr Millionen von kleinen und großen Kindern glücklich zu machen, und das Gerücht, er sei Rotkäppchen, hatten ihn nach und nach zermürbt. Der Druck, immer fröhlich, immer pünktlich und immer perfekt zu sein, wurde zu groß. So griff der Weihnachtsmann zu unkonventionellen Mitteln, um mit dieser Last fertig zu werden.

Weihnachtsmann hat ein Drogen und Alkoholproblem

Eine elfenhafte Intervention

Eines Morgens, nach einer besonders wilden „Nacht der Nadeln“ (wie er seine Eskapaden nannte), fand sich der Weihnachtsmann von besorgten Elfen umringt. Angeführt von Elfrida, der Chef-Elfin, beschlossen sie, dass es Zeit für eine Intervention war.

„Weihnachtsmann, wir können nicht zulassen, dass du dich selbst zerstörst. Denk an die Kinder“, flehte Elfrida. Mit zitternden Händen und verschwommenem Blick kotzte der Weihnachtsmann ihr vor die Füße.

Weihnachten auf Entzug

Der Weihnachtsmann ist in der Betty Ford Klinik. Ich habe ihn besucht, um ihn zu trösten. Am 31.12. wird der Weihnachtsmann aus der Klinik entlassen. Ich hatte die Gelegenheit, vorher ein Interview mit ihm zu führen.

[Um unseren Redakteur vor Anfeindungen zu schützen, halten wir seinen Namen geheim.]

Interview: Weihnachtsmanns Kampf gegen Sucht

Der Redakteur: Guten Tag, Herr Weihnachtsmann. Es ist ungewöhnlich, Sie in dieser ruhigen Umgebung zu sehen. Können Sie uns erzählen, wie es Ihnen in letzter Zeit ergangen ist?

Weihnachtsmann: Oh, mein Lieber, es waren turbulente Zeiten. Ich wurde mit Problemen konfrontiert, mit denen ich nicht gerechnet hatte.

Der Redakteur: Sie sprechen von Ihrer Sucht. Wie kam es dazu?

Weihnachtsmann: Es begann schleichend. Der Druck, jedes Jahr perfekt zu sein, hat mich überfordert. Ich konnte diesem Stress und Druck nicht mehr standhalten und habe angefangen zu trinken und zu koksen. Das ganze Jahr interessiert sich kein Arsch für dich, aber an einem Tag musst du funktionieren und allen eine heile Welt vorspielen, das habe ich nicht mehr gepackt.

Der Redakteur: Gab es einen Moment, in dem Sie gemerkt haben, dass es Ihnen nicht gut geht?

Weihnachtsmann: Ja, als ich gemerkt habe, dass ich Kinder hasse. Jedes Jahr das Gleiche. Unleserliche Wunschzettel, absurde Wünsche und immer alles haben wollen! Da konnte ich nicht mehr mitspielen und habe angefangen, mich zu betäuben.

Der Redakteur: Gibt es ein konkretes Beispiel?

Weihnachtsmann: Ja, als Maja T. mir einen Brief mit ihren Wünschen geschickt hat. Sie wünschte sich ein silbernes Pony mit goldenem Mundschutz. Who the Fuck! Wo zum Teufel soll ich ein silbernes Pony herbekommen? Und dann das Gekritzel! Total unleserlich! Wenn man einen Antrag stellt, dann soll man ihn auch leserlich schreiben! Die Hosenscheißer haben mich damit in den Wahnsinn getrieben, nicht mehr auszuhalten, ich hatte schon Alpträume. Dann wollte sie auch noch eine verschleierte Malibu Stacy Barbie, um zu zeigen, wie weltoffen sie ist. Das brachte das Fass zum Überlaufen. Und die anderen Kinder auch. Absurde Geschenke, die sie sich wünschten.

Der Redakteur: Können Sie uns Ihre Top 10 der absurdesten Wünsche nennen?

Weihnachtsmann: Ich kotze gleich einen Strahl, ja.

  1. Ein Roboter, der Hausaufgaben isst: Ein kleiner Metallgefährte, der speziell dafür programmiert ist, ungeliebte Hausaufgaben zu verschlingen und sie in coole Aufkleber zu verwandeln.
  2. Das intergalaktische Einhorn-Lama: Ein plüschiges, sprechendes Spielzeug, das je nach Stimmung das Aussehen von einem Einhorn zu einem Lama wechseln kann und dabei galaktische Weisheiten von fernen Sternen mitbringt.
  3. Die unendliche Schokoladentube: Eine Tube, die auf magische Weise nie leer wird und jede erdenkliche Schokoladensorte ausgeben kann, von klassischer Milchschokolade bis hin zu exotischem Chili-Trüffel.
  4. Der Unsichtbarkeitsumhang für Kinder: Ein bunter Umhang, der Kinder unsichtbar macht, wenn sie sich ungestört fühlen wollen – perfekt, um sich vor dem Brokkoli auf dem Teller zu verstecken.
  5. Der Zeitreise-Wecker: Ein Wecker, der Kinder für 10 Minuten in die Vergangenheit oder Zukunft reisen lässt, damit sie länger schlafen oder sehen können, ob sie für den Test morgen lernen müssen.
  6. Zauberkreide für lebendige Zeichnungen: Straßenkreide, die alles, was man damit malt, zum Leben erweckt – eine eigene, harmlose Dinosaurier-Armee? Kein Problem!
  7. Der Superhelden-Cape-Designer: Ein Set, das es Kindern ermöglicht, ihr eigenes Superhelden-Cape zu gestalten, inklusive fliegender Fähigkeiten und eingebauten Superkräften nach Wahl.
  8. Sprudelnde Badebomben mit Rätseln: Badebomben, die nicht nur das Wasser in funkelnde Farben verwandeln, sondern auch wasserdichte Rätsel und Geschichten freisetzen, wenn sie sprudeln.
  9. Wolkenspringer-Stiefel: Leichte, federnde Stiefel, die es Kindern ermöglichen, in den Himmel zu springen und auf Wolken zu hüpfen, mit eingebauter Sicherheitslandung natürlich.
  10. Der Taschen-Galaxie-Projektor: Ein Taschenprojektor, der das Kinderzimmer in eine lebendige Galaxie verwandelt, komplett mit Sternschnuppen, die Wünsche wahr werden lassen, wenn man sie sieht.

Weihnachtsmann: Mein Doppelleben belastet mich auch, ich meine das Gerücht, ich sei Rotkäppchen.

Der Redakteur: Sind Sie Rotkäppchen?

Weihnachtsmann: Kein Kommentar.

Der Redakteur: Wie geht es jetzt mit Ihnen weiter? Wird es ein Comeback geben?

Weihnachtsmann: Nein, ich glaube nicht. Ich habe die Nase voll. Ich werde meine Therapie machen und dann umschulen. Was ich genau machen will, weiß ich noch nicht, vielleicht Bundeskanzler. Aber ich bin zumindest beruhigt, dass es schon einen Nachfolger für mich gibt. Ihr werdet den Weihnachtsmann bekommen, den ihr euch verdient habt. In dieser Saison werden die Eltern ihren Kindern die Geschenke „bringen”. Wundert euch nicht, „liebe” Kinder, wenn sie scheiße sind.

Der Redakteur: Was möchten Sie anderen sagen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen?

Weihnachtsmann: Man ist nicht allein. Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten. Der erste Schritt ist der schwerste, aber auch der wichtigste.

Der Redakteur: Herr Weihnachtsmann, ich danke Ihnen für dieses offene Gespräch und wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Weg.

Weihnachtsmann: Danke. Ich wünsche allen ein friedliches und gesundes Weihnachtsfest. Einen Rat gebe ich dir noch. Wünsch dir nächstes Jahr nicht wieder einen größeren Pe… den bekommst du nie, egal wie brav du bist.

Aus sicherer und geheimer Quelle wurde uns das Bild des neuen Weihnachtsmannes zugespielt.

Neuer Weihnachtsmann

Liebe Leserinnen und Leser,

das heutige Interview mit dem Weihnachtsmann zeigt uns eine Seite von ihm, die uns bisher verborgen geblieben ist. Es zeigt uns einen Mann, der, obwohl er inmitten von Legenden und Freude lebt, nicht vor den Herausforderungen des Lebens gefeit ist.

Seine Geschichte erinnert uns daran, dass auch die Stärksten von uns auf Schwierigkeiten stoßen können. Der Weihnachtsmann, der Jahr für Jahr Freude in unsere Häuser bringt, hat uns heute etwas anderes geschenkt: ein Beispiel für Mut und die Kraft zur Veränderung.

Wir haben ihn als fröhlichen, unbeschwerten Geschenkeverteiler kennen gelernt. Doch hinter dem Lächeln verbarg sich ein Kampf – ein Kampf, der nun hoffentlich ein gutes Ende findet. Weihnachten auf Entzug mag ein kleiner Schritt in seinem persönlichen Leben sein, aber für jemanden, der so sehr im Rampenlicht steht, ist es ein großer Schritt.

Wir dürfen nicht vergessen, dass hinter jeder öffentlichen Person ein echter Mensch steht. Der Weihnachtsmann hat uns heute gezeigt, dass es in Ordnung ist, nicht perfekt zu sein, und dass es wichtig ist, Hilfe anzunehmen, wenn man sie braucht.

In diesem Sinne danken wir dem Weihnachtsmann für seine Offenheit und wünschen ihm alles Gute auf seinem weiteren Weg. Seine Geschichte kann uns eine wichtige Lektion sein: In der Annahme und Überwindung unserer Schwächen liegt vielleicht das größte Geschenk, das wir uns selbst und anderen machen können.

Ich wünsche Ihnen allen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein friedvolles neues Jahr,
Der Redakteur

6 Kommentare

  • Posted 24. Dezember 2023
    von Holger

    Genial. 🙂

  • Posted 24. Dezember 2023
    von Thomas

    Wer hätte das gedacht.

  • Posted 24. Dezember 2023
    von Joy

    Der Arme.

  • Posted 24. Dezember 2023
    von Sebastian

    Selber schuld!

  • Posted 24. Dezember 2023
    von Klaas

    Deine “Geschichten” sind super. Danke.

  • Posted 24. Dezember 2023
    von Maria

    Schöne Weihnachten euch allen.

Kommentar veröffentlichen

sieben − 2 =